Heimat in einfacher Sprache international

29.6. - 2.7.2022, 16:00 - 20:00 Uhr

Grafik: Ute Burkhardt-Bodenwinkler
Grafik: Ute Burkhardt-Bodenwinkler

Man hat uns nicht gefragt, als wir noch kein Gesicht

Ob wir leben wollten oder lieber nicht

Jetzt gehe ich allein, durch eine große Stadt,

Und ich weiß nicht, ob sie mich lieb hat

Ich schaue in die Stuben durch Tür und Fensterglas,

Und ich warte und ich warte auf etwas.

(Marlene Dietrich – „Wenn ich mir was wünschen dürfte“)

 

 

Seit dem 20. November 1945, seit den Nürnberger Prozessen gegen die Hauptkriegsverbrecher des zweiten Weltkriegs und des Holocausts, wird bei Konferenzen, in der Teilnehmer*innen auf Grund der Sprache den Ablauf nicht verfolgen können, Simultan-Dolmetschen angewendet. Das Simultan- Dolmetschen ist ein komplexer Vorgang: der/die Dolmetscher*in muss in der gleichen Zeit, in der er eine Aussage versteht, diese für das Publikum in eine andere Sprache umsetzen. Beide, Dolmetscher*in und Publikum, sind mit spezieller Technik (Mikrophon und Kopfhörer) ausgerüstet. Dolmetscher*innen müssen Informationen schnell verstehen und diese unmittelbar wiedergeben. Die Verzögerung zwischen Aufnahme und Wiedergabe in die Zielsprache liegt bei ca. 7 - 8 Sekunden, wobei die Übersetzer*innen unter hohem Druck arbeiten. Denn es ist nicht nur der Zeitdruck, also die kurze Zeit, die für die Übersetzung zur Verfügung steht, sondern auch die Herausforderung, dass bereits beim Wiedergeben die nächste Information aufgenommen werden muss. Diesen hohen Anforderungen des Simultandolmetschens setzt sich die Künstlerin Barbara Ungepflegt in ihrer performativen Installation Heimat in einfacher Sprache aus.

 

Mit Empathie und Unverfrorenheit übersetzen Barbara Ungepflegt und Sophie Willhaben die Gedanken der vorbeigehenden Passanten*innen: schnell, effizient, unverblümt. Via Kopfhörer werden diese für andere Passant*innen simultan übersetzt.

In der Wiener Innenstadt, im Durchgang vom Dr. Karl Lueger Platz 4 Richtung Café Engländer  wird  vom 29.6. bis 2.7.2022 eine (ISO-genormte) Dolmetsch-Kabine aufgestellt, davor einige Kongress-Stühle, die einladen, Platz zu nehmen und via Kopfhörer, den Gedankenübersetzungen der vorbeigehenden Passant*innen zuzuhören. In Deutsch und Chinesisch, auf alle Fälle in einfacher Sprache.

 

29.6. - 2.7.2022, 16:00 - 20:00 Uhr
Durchgang Dr. Karl Lueger Platz 4, (Rückseite Café Engländer) - 1010 Wien

Eintritt frei

Konzept: Barbara Ungepflegt

Dolmetsch-Performance: Barbara Ungepflegt, Sophie Willhaben

Dramaturgische Beratung: Ute Burkhardt-Bodenwinkler

Technik: Arik Kofranek

Mit freundlicher Unterstützung von Ma 7 - Kultur Wien, BMKÖS und Bezirkskultur Innere Stadt

und faN - fine Art Network

 

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Heimat in einfacher Sprache

Die einfache Sprache des Volkes versteht niemand mehr. Eine Übersetzung ist notwendig: Barbara Ungepflegt stellt sich mit ihrer performativen Installation Heimat in einfacher Sprache den komplexen Anforderungen des Simultandolmetschens. Mit Empathie und Unverfrorenheit übersetzt sie die Gedanken der Passanten: schnell, effizient, unverblümt. Gedankenfetzen und Befindlichkeiten Vorbeigehender, die Ungepflegt aus einer Dolmetsch-Kabine an die Zuhörer (via Kopfhörer) weitergibt, verwandeln den öffentlichen Raum zum Kongress der Intimität. Reaktionsgeschwindigkeit, Konzentration und Laune der Dolmetscherin sind für die Übersetzung ausschlaggebend. In jedem Fall in einfacher Sprache.

Von und mit Barbara Ungepflegt, dramaturgische Beratung: Ute Burkhardt-Bodenwinkler
9. - 12. Juni 2021, Tummelplatz, 8010 Graz

@ Dramatikerinnenfestival Graz  in Kooperation mit Kunst im öffentlichen Raum Steiermark



Presse Heimat in einfacher Sprache

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